Oszd meg!


Die Ermittler aus dem Komitat Pest haben ein im Jahr 2018 eröffnetes Verfahren abgeschlossen, berichtet die Website der ungarischen Polizei. Der Beschuldigte befindet sich wegen seiner früher begangenen Taten immer noch in Haft.

Eine Mittelschülerin wandte sich im Frühjahr 2018 am schulpsychologischen Dienst und erzählte über die Gräueltaten, denen sie in den Jahren zuvor ausgesetzt war. Das Mädchen, das von ihrer Mutter erzogen wird, musste zwischen 2009 und 2014 den sexuellen Missbrauch ihres Pflegevaters erleiden. Die Schülerin war erst 10 Jahre alt, als er sich ihr zum ersten Mal näherte. Es begann mit einem Kuss auf die Lippen, gefolgt von Liebkosungen und später vom Geschlechtsverkehr. Der Mann zwang sie zu sexuellen Akten entweder zu Hause oder in seinem Auto. Sie versuchte vergeblich, sich dagegen zu wehren. Sie hatte große Angst und traute sich nicht, jemandem über ihre Erfahrungen zu erzählen. Es kam vor, dass sie sich weigerte, dann wurde sie vom Pflegevater bestraft. Diese Bestrafung hinterließ keine sicht- oder fassbaren Spuren, sie waren eher im klassischen Sinn verstandene Bestrafungen: Ihr Handy wurde weggenommen, sie durfte vorübergehend keine Computerspiele spielen oder nicht fernsehen bzw. die Freunde besuchen. Inzwischen war seine Lebensgefährtin mit ihrem gemeinsamen Kind schwanger.

Die Verletzte, die zum Zeitpunkt der Anzeige bereits volljährig war, wurde mehrmals vom forensisch-psychologischen Sachverständigen untersucht, der deutliche Anzeichen von sexuellem Trauma, Selbsthass und Selbstanklage feststellte. Er fertigte ein Gutachten an, indem er das Gesagte als wahr und erlebt annahm. Die Nachricht erschütterte die Mutter. Sie hatte damals keine Anzeichen für den Ablauf des Geschehens gesehen und keine Veränderung bei ihrer ohnehin introvertierten Tochter bemerkt.

Der Pflegevater wurde letztes Jahr festgenommen.

Er konnte im Mai 2020 festgenommen und verhört werden. Zu diesem Zeitpunkt  hielt er sich im Ausland auf. Obwohl ein internationaler Haftbefehl gegen ihn vorlag, konnte er erst letztes Jahr verhaftet werden, nachdem er zu seiner frischgebackenen Lebensgefährtin und ihren zwei minderjährigen Kindern zurückgekehrt war. Er wurde am 14. Mai 2020 von der Polizei festgenommen und verhaftet. Er befindet sich derzeit weiterhin in Haft.

Ferenc N., jetzt 44, streitet alles ab. Die Mutter der Verletzte hatte er zuvor über das Strafverfahren informiert und ihm geraten, sich bei der Polizei zu melden, weil es nach ihm gesucht werde – doch als Antwort bekam sie nur:

„Das Verfahren interessiert mich nicht.“

Die Ermittlungsabteilung des Polizeipräsidiums vom Komitat Pest hat die Ermittlungen wegen des begründeten Verdachts des sexuellen Missbrauchs abgeschlossen und die Ermittlungsakte mit den Unterlagen der Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Übersetzung: Katalin Csik
Revision:  Izabella Nyári
Quelle: https://24.hu/belfold/2021/04/18/iskolapszichologusnal-derult-ki-hogy-neveloapja-eveken-at-szexualisan-bantalmazott-egy-pest-megyei-lanyt/?fbclid=IwAR2tI6pINv3zearUKwkoLWQ2y4gyyjbVUvea_Sb8gm69TLcD2tx1sg0uJuI